BES realisiert Grünstromspeicher für unter 240 € pro kWh in Eigenarbeit
Aktualisiert: 17. Aug.
Selbst anpacken lohnt sich: Die BES hat in Eigenarbeit einen Grünstromspeicher für das Mieterstromprojekt in Fellbach realisiert. Der Speicher mit einer Kapazität von 109 kWh und einem 30-kW-Wechselrichter konnte so für 25.999 Euro umgesetzt werden, was 238,52 Euro pro kWh entspricht (alle Beträge netto). In diesen Kosten sind neben Speicher und Wechselrichter auch sämtliches Elektromaterial sowie der Anschluss und die Anmeldung durch einen eingetragenen Elektrofachbetrieb enthalten. Zum Vergleich: Die typischen Kosten für fertig installierte Speicher dieser Größenordnung lagen Anfang/Mitte 2026 bei 450 € bis 600 € pro kWh. Erst bei Großspeichern sind Kosten Richtung 300 € pro kWh gängig.
Die PV-Anlage für Mieterstrom in Fellbach wurde Anfang 2024 in Betrieb genommen. Auf den Einbau eines Stromspeichers wurde damals verzichtet, da dies die Komplexität der Anlage und das finanzielle Risiko erhöht hätte. So konnte die Anlage schneller für die Versorgung der Bewohner:innen umgesetzt werden und der Speicher anhand der Erzeugungs- und Verbrauchsdaten (Lastkurve) danach passend dimensioniert werden, um eine gute Wirtschaftlichkeit zu erreichen.

Bei der Umsetzung wurde die BES von der Gebäudeeigentümerin und Kooperationspartnerin FEWOG (Fellbacher Wohnungsbaugenossenschaft) hervorragend unterstützt. Die FEWOG stellte den Platz in einem der vier Technikräume zur Verfügung und klärte Baurechts- und Brandschutzfragen inklusive Beschilderung.
Nachdem im Arbeitskreis für Projektanfragen die Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Vorklärungen mit dem Netzbetreiber erfolgt waren, wurden Angebote eingeholt. Allerdings waren diese hinsichtlich der Kosten und der angebotenen Komponenten nicht ideal, insbesondere was die Integration in das Bestandssystem angeht: Die technische Herausforderung war, dass der Speicher in einem Technikraum ca. 50 m entfernt vom Hauptanschlussraum aufgestellt werden sollte. Dabei musste ein passender AC-gekoppelter Wechselrichter in eine Anlage mit bereits sechs Wechselrichtern und zentralen Steuerkomponenten eingebunden werden. Unsere Experten planten nach einiger Recherche in Datenblättern der Hersteller das System entsprechend passend. Nach Anfragen bei Großhändlern zu Preisen und Lieferzeiten stand die Entscheidung fest: Wir montieren selbst.
Für die Realisierung der Speicherinstallation hat sich dann ein schlagkräftiges Speicher-Umsetzungs-Team gefunden mit folgenden Personen aus dem aktiven BES-Team:
Uli - Projektmanagement
Anke - BES Elektrofachkraft für Elektro-Prüfungen
Markus - Elektro- und Installationsspezialist
Herbert - PV-Systemspezialist
Jürgen - Montage und Befestigungstechnik
Bernd - Mechanische Koordination und Montage
Helga - Anfragen und Ausschreibungen
Bernhard - Versicherungsexperte
Dieter - Wirtschaftlichkeit und Kostenrechnung
Jochen - Einkauf und IT-Integration
Die Lieferung folge schneller als erwartet, das Montageteam hat sich aber schnell eingefunden und die insgesamt 1.200 kg Akku-Speicher rund den 140 kg Wechselrichter in den Technikraum geschafft. Kurze Zeit später waren die Komponenten montiert, dann ging es an Kabelkanäle und das Einziehen der Kabel. Nach Herstellung der Verbindungen und elektrischer Prüfung mit dem Installationstester der BES ging es nach Anschluss und Anmeldung durch einen beauftragten Installationsbetrieb an die Inbetriebnahme. Hierbei wurde es knifflig, denn Wechselrichter und Speicher funktionieren nur mit bestimmten Software-Versionen zusammen. Nach regem E-Mail-Austausch teilweise mit China und Beschaffung passender Diagnose-Kabel und -Software war das Software-Problem gelöst. Allerdings war dann die Kommunikation zwischen Wechselrichter und Speicher noch nicht möglich. Mit entsprechenden Netzwerk-Diangosetools konnte auch dies gelöst werden und alle Anzeigen waren auf grün: Wechselrichter und Speicher arbeiteten zusammen. Am nächsten Tag erfolgte dann noch die Konfguration der Gesamtanlage und der Speicher wurde zum ersten Mal geladen.
Mittlerweile bewährt sich der Speicher im täglichen Betrieb und erweist sich sowohl in der Leistung als auch in der Kapazität als gut dimensioniert. Der Abendbedarf kann bisher komplett über den Speicher gedeckt werden. Genau zu diesen Zeiten ist die Netzbelastung am höchsten und der Speicher entlastet das Netz entsprechend. Der Bedarf einer kompletten Nacht konnte bisher nur in einem Fall gedeckt werden. Dies war aber auch nicht das Ziel, denn der Speicher soll für eine gute Wirtschaftlichkeit möglichst viele komplette Ladezyklen durchlaufen.
Fazit für die BES: Die Montage war mit einigen Unwägbarkeiten und Risiken verbunden, die aber durch die hohe Expertise im Team gemeistert werden konnten. Es war ein tolles Gemeinschaftserlebnis und die erzielte hohe Wirtschaftlichkeit kommt jetzt allen BES-Mitgliedern und dem Mieterstromprojekt zugute.




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